30 Einsätze und zwei Waldbrände: Einsatzreiches Wochenende für die Bergwacht Schwarzwald
Die Bergwacht Schwarzwald war zwischen dem 23. und 26. Juli 2026 bei insgesamt 30 Einsätzen gefordert. Zwei parallele Waldbrände im Ortenaukreis forderten die Bergwacht-Einsatzkräfte mit nächtlichen Einsatzstunden. Außerdem betreute die Bergwacht Schwarzwald am 26. Juli mit rund 60 Einsatzkräften den Ultra Bike Marathon in Kirchzarten.
Gestürzte Wanderin in der Wutachschlucht
Das einsatzreiche Wochenende begann schon Donnerstag, den 23. Juli, mit vier Einsätzen. Neben einer Gleitschirmflieger-Rettung aus einem Baum bei Bernau, war die Bergwacht Schwarzwald für eine Wanderin in der Wutachschlucht im Einsatz. Diese war von einem Wanderpfad bergab gestürzt und hatte sich beim Sturz am Bein verletzt. Die Bergwacht-Einsatzkräfte übernahmen gemeinsam mit dem Notarzt die notfallmedizinische Erstversorgung und bereiteten den Transport der Patientin mit der Gebirgstrage vor. Mit dieser transportierten sie die Patientin etwa 300 Meter zur nächstgelegenen Straße, wo sie an das Team des straßengebundenen Rettungsdiensts übergeben wurde.
Einsatz bei Günterstal, Freiburg
Am Samstagmittag rutschte ein Spaziergänger von einem Waldweg nahe Günterstal etwa fünf Meter die Böschung hinunter und verletzte sich dabei. Seine Ehefrau, die ihrem Mann helfen wollte, konnte sich ebenfalls von der Böschung nicht mehr zurück auf den Weg bewegen. Die Bergwacht-Einsatzkräfte übernahmen vor Ort die notfallmedizinische Erstversorgung und transportierten dann den verletzten Patienten unter Seilsicherung mittels der Gebirgstrage bis zur Waldstraße, wo sie ihn an den straßengebundenen Rettungsdienst übergeben konnten. Auch seine Ehefrau konnten die Einsatzkräfte entlang der Seilsicherung wieder sicher auf den Weg zurückführen.
Einsatz am Todtnauer Wasserfall
Am Samstag, den 25. Juli, wurde die Bergwacht-Ortsgruppe Notschrei gegen Mittag zu den Todtnauer Wasserfällen alarmiert. Eine Wanderin war ca. fünf Meter in die Tiefe gestürzt und hatte sich dabei schwere Verletzungen zugezogen. Die Bergwacht-Einsatzkräfte übernahmen gemeinsam mit dem Notarzt und dem Team des straßengebundenen Rettungsdiensts die notfallmedizinische Erstversorgung. Anschließend wurde die Patientin per Winde mit dem Rettungshubschrauber aus dem Gelände geflogen.
Rettungsdienstliche Betreuung des Ultra Bike Marathons, Kirchzarten
Am Sonntag, den 26. Juli 2026, betreute die Bergwacht Schwarzwald erneut den Ultra Bike Marathon in Kirchzarten. Rund 60 Einsatzkräfte der Bergwacht Schwarzwald besetzten die 16 Posten entlang der 118 Kilometer langen Strecke. Sieben Bergretter übernahmen den Transport der Notärztinnen und Notärzte per Quad und begleiteten das Rennfeld entlang der Streckenabschnitte. Koordiniert wurde der Tag von der Einsatzleitung in der Bergwacht-Landesgeschäftsstelle in Kirchzarten mit einem mobilen Sonderlagemodul der Integrierten Leitstelle Freiburg. Von hier aus wurde das Renngeschehen den gesamten Tag über beobachtet und die rund 20 Einsätze auf der Strecke koordiniert. Einsatzleiter Kai Lorenz zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Tages. Trotz der schwierigen Bedingungen aufgrund der Trockenheit, die zu staubigem und rutschigem Untergrund führte, hatten die Bergretterinnen und Bergretter sowie die rund 20 Rettungsdienstkräfte von DRK und Malteser vor allem Schürfwunden zu versorgen.
Bergwacht unterstützt bei zwei Waldbränden
Die Bergwacht Schwarzwald unterstützt die Feuerwehren und Einsatzleitungen bei Vegetationsbränden mit speziellen Fähigkeiten und Ausrüstung:
- Materialtransport ins Gelände mittels Lastendrohne mit einer Nutzlast von bis zu 100 Kilogramm
- Absicherung von Einsatzkräften der Feuerwehr im Steilgelände durch Seilsicherung mit hitzebeständiger Spezialausrüstung.
- Lokalisation, Kommunikation, Lagedarstellung und Dokumentation (LKLD) mittels Drohnen, spezieller Software und hochmobiler Bodeneinheiten
- Rettung und medizinische Versorgung im unwegsamen Gelände.
Oppenau
In Oppenau wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein großer Vegetationsbrand gemeldet. Die Bergwacht wurde kurz vor Mitternacht mit einem Fachberater und einem Rettungsteam zur Absicherung der eingesetzten Feuerwehrkräfte alarmiert. Insgesamt waren 22 Einsatzkräfte der Bergwachten Achertal und Obertal im Einsatz. Da aufgrund des sehr schwierigen Geländes in den Nachtstunden zunächst keine Löscharbeiten im Steilhang möglich waren, wurde der Kräfteeinsatz mit Tagesanbruch erneut verstärkt. Dabei sicherten die Bergretterinnen und Bergretter die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Forstverwaltung, die direkt im Steilhang arbeiteten, mit Spezialseilen. Am Sonntagabend gegen 22:00 Uhr rückten die letzte Einsatzkräfte der Bergwacht ab.
Gengenbach
Parallel zum Vegetationsbrand in Oppenau wurde auch ein großer Brand in einem Waldstück bei Gengenbach gemeldet. Die Feuerwehr Gengenbach forderte gegen 3:00 Uhr in der Nacht einen Fachberater der Bergwacht und eine Drohne mit Wärmebildkamera an. Das LKLD-Team unterstützte daraufhin die Einsatzleitung bei der Lagedarstellung, während die Bergwacht Offenburg die sanitätsdienstliche Absicherung im unwegsamen Gelände sicherstellte. Dabei wurden vor allem kleinere Wunden versorgt. Die Bergwacht Offenburg war bis Sonntagmorgen gegen 7:00 Uhr im Einsatz.





