Verirrte Familie bei Regen und Kälte am Schauinsland gerettet
Die Bergwacht-Ortsgruppe Freiburg wurde am Freitag, den 21. August 2026 gegen 20:45 Uhr zu einem Einsatz am Schauinsland alarmiert. Gemeldet waren drei Personen, die sich verlaufen hatten und durch den anhaltenden Regen durchnässt waren.
Vor Ort trafen die Einsatzkräfte auf eine stark durchnässte und frierende Familie bestehend aus Mutter, Vater und einem etwa sechsjährigen Kind. Die Familie hatte die Nacht zuvor auf dem Trekkingcamp Kohlerhau verbracht und zunächst versucht, den anhaltenden Regen abzuwarten, da nicht alle Familienmitglieder über ausreichende Regenbekleidung verfügten. Als das Wetter keine Besserung zeigte, entschloss sich die Familie, ihren Weg fortzusetzen, um anschließend mit der Schauinslandbahn ins Tal zu fahren.
Da jedoch kein Kartenmaterial vorhanden war, fanden die drei den Weg zur Bergstation nicht und verloren die Orientierung. Die Bergwacht konnte die Familie schließlich nur etwa 300 Meter von ihrem ursprünglichen Standort entfernt auffinden. Bei Außentemperaturen von knapp über 10 Grad Celsius hatten alle drei bereits Anzeichen einer leichten Unterkühlung und waren deutlich geschwächt.
Die Einsatzkräfte versorgten die Familie mit Decken, Wärmepacks und warmen, zuckerhaltigen Getränken. Im weiteren Verlauf stellte sich die Frage nach einer geeigneten Unterkunft für die Nacht. Wichtig war vor allem ein Ort, an dem sich die Betroffenen aufwärmen, duschen und ihre nasse Kleidung trocknen konnten. Nach eingehender Beratung konnte die Familie davon überzeugt werden, dass eine Übernachtung in einem Hotel die sinnvollste Lösung darstellte. Nachdem keine andere geeignete Möglichkeit gefunden werden konnte, brachten die Einsatzkräfte die Familie zunächst zum Rettungszentrum und anschließend mit einem Privatfahrzeug in ein Hotel.
Besonders positiv bewerten die Einsatzkräfte, dass die Familie den Notruf rechtzeitig gewählt hatte, solange noch ausreichend Akkuleistung auf einem der Mobiltelefone vorhanden war. Dadurch konnte die Leitstelle den Standort der Familie bestimmen und die Bergwacht die Betroffenen schnell auffinden.
Der Einsatz zeigt eindrucksvoll, dass auch ein Mittelgebirge wie der Schwarzwald nicht unterschätzt werden sollte. Eine sorgfältige Tourenplanung mit aktuellen Wetterinformationen und offline verfügbaren Karten ist ebenso wichtig wie ein realistischer Alternativplan.
Die Bergwacht Schwarzwald empfiehlt, bei Wanderungen ausreichend wetterfeste Kleidung, genügend Verpflegung sowie eine Taschen- oder Stirnlampe mitzuführen, insbesondere wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Tour bis in die Dämmerung oder Dunkelheit andauert.

