Umzug für Bergwacht-Ortsgruppe Freiburg steht kurz bevor
Nach langen Jahren des Wartens und des Improvisierens in den beengten Verhältnissen ihrer Garage im Freiburger Stadtteil Stühlinger steht nun für die Ortsgruppe Freiburg der Umzug in ein neues Zuhause kurz bevor. Dieses befindet sich im neuen Rettungszentrum in Freiburg, wo alle Hilfsorganisationen unter einem Dach versammelt werden.
Endlich ein Platz für das Bergwacht-Material
Vor 55 Jahren, im Jahr 1970, bezog die Bergwacht-Ortsgruppe Freiburg ihr heutiges Zuhause: Die Garage in der Tellstraße im Freiburger Stadtteil Stühlinger. Damals wurden nach Fertigstellung der Feuerwache in der Eschholzstraße die Wachen der Freiwilligen Wehren frei, eine davon konnte die Bergwacht anmieten. Davor beschreibt Walter Pfirsig die Unterbringung des Materials als abenteuerlich: Das Sanitäts-Material war beim damaligen Sanitätswart gelagert und wurde verpackt in Alu-Dosen immer vor Dienstantritt dort abgeholt. Technische Geräte waren in den Kellern von zwei weiteren Bergwacht-Mitgliedern untergebracht, später stellte die Mutter eines Bergretters ihre Garage zur Verfügung, die schnell zu klein wurde. Die Garage in der Tellstraße war daher eine enorme Erleichterung.
Improvisationstalent und Einparkkünste gefragt
Im 21. Jahrhundert platzt die Garage schon seit langem aus allen Nähten. Die zwei Bergrettungsfahrzeuge passen nur mit zentimetergenauen Einparkkünsten und eingeklappten Spiegeln rein, das All-Terrain-Vehicle (ATV) der Ortsgruppe ist privat untergestellt. Um die Fahrzeuge herum ist in einem ausgeklügeltem Regal- und Schranksystem die SEG-Ausrüstung der Schnelleinsatzgruppe (SEG), das Einsatzmaterial, Ausbildungsmaterial und Nachfüllmaterial untergebracht. An vieles kommt man nur nach dem Ausparken der Fahrzeuge ran. Im Einsatzfall haben die Bergretterinnen und Bergretter der SEG zum Umziehen zwischen Fahrzeug und Regalen kaum Platz in der Garage, sie stehen halb auf dem Gehweg. Für Dienst- oder Ausbildungsabende ist die Garage auch keine Option, es fehlt an Platz und an Infrastruktur wie Toiletten oder Sitzmöglichkeiten. Dafür gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Übergangslösungen. Und wenn die Mitglieder der benachbarten Tauchergruppe Pinguine den Kompressor zur Befüllung ihrer Tauchflaschen nutzen, ist in der Bergwacht-Garage kein längeres Gespräch mehr möglich.
Weniger Charme, aber dringend benötigter Platz
Das neue Zuhause der Freiburger Bergretterinnen und Bergretter kann sicherlich in allen Punkten als das genaue Gegenteil der Stühlinger Garage bezeichnet werden: Die neue Garage wird per Chipkarte statt mit einem großen schmiedeeisernen Schlüssel geöffnet, zwei große Rolltore statt zwei Holz-Flügeltüren mit Beschlägen, nüchterne funktionale Bauweise statt Altbau-Charme. Und zu guter Letzt: der Standort ist nicht mehr mitten im Kneipen-Viertel, sondern im neu gebauten Rettungszentrum.
Hinter der Hauptfeuerwache werden in einer Fahrzeughalle nun alle Hilfsorganisationen, die im Katastrophenschutz tätig sind, untergebracht: Neben der Bergwacht Schwarzwald ist das der Malteser Hilfsdienst, das DRK, das DLRG und die Tauchergruppe Pinguine sowie Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg.
Umzug in kleinen Schritten
Die Bergwacht Freiburg, die momentan jedes Wochenende den Winterdienst auf ihrer Bergrettungsstation Seebuck am Feldberg absolviert, zeitgleich den regulären Bergrettungsdienst im Freiburger Umland aufrechterhält, wird den Umzug in kleinen Schritten umsetzen. Aktuell werden noch Regale für das SEG-Material von Bergrettern in Eigenleistung gebaut, in denen Rucksack und Bergschuhe untergebracht werden können. Dann das nicht einsatzrelevante Material von der alten Garage ins neue Materiallager, das ausgestattet mit Hochregalen und Schränken ein Vielfaches an Platz bietet, umgezogen werden. Zum Ende der Wintersaison werden dann die Winterdienst-Materialien direkt in die neue Garage eingeräumt. Im April soll die alte Garage vollständig geräumt sein.
Rettungszentrum Freiburg
Der Bau für das Rettungszentrum in Freiburg, das von der Stadt Freiburg zu 98% finanziert wird, wurde im Juli 2023 nach jahrelanger Planung begonnen. Die Fahrzeughalle wird 25 Stellplätze, Lagerflächen sowie einen Stützpunkt für Feldküchen bereitstellen. In einem zweiten Bauabschnitt soll bis 2026 ein weiteres Gebäude fertig gestellt werden, in dem die Hilfsorganisationen zusätzlich zu den Garagen auch noch Umkleiden, einen Bereitschaftsraum, ein Büroraum sowie Besprechungsräume zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung gestellt bekommen.
Für die eine der einsatzstärksten Ortsgruppen der Bergwacht Schwarzwald bedeutet das, dass sie 103 Jahre nach ihrer Gründung zum ersten Mal eine Unterbringung hat, wo ausreichend Platz für alle Einsatzfahrzeuge, das gesamte Material oder für Dienstabende mit ihren 117 Mitgliedern ist.









