Dreitägige Katastrophenschutzübung der Bergwacht Schwarzwald
Temperatursturz, Neuschnee und anspruchsvolle Szenarien fordern 27 Einsatzkräfte
27 Bergretterinnen und Bergretter der Bergwacht Schwarzwald haben am vergangenen Wochenende an einer intensiven dreitägigen Katastrophenschutzübung teilgenommen. Neben realistisch gestalteten Einsatzszenarien sorgten der plötzliche Temperatursturz und Neuschnee für zusätzliche Herausforderungen – sowohl logistisch als auch für die Einsatzkräfte selbst.
Start in Hinterzarten – Aufbau unter widrigen Bedingungen
Zum Auftakt trafen sich alle Teilnehmenden in Hinterzarten. Nach einer kurzen Einweisung setzte sich der gesamte Tross als Marsch in Richtung Bernau in Bewegung. Dort übernahm das Logistik-Team die Platzorganisation und legte fest, wo Aufenthaltszelt, Küche, Einsatzleitung und Schlafbereiche am sinnvollsten aufgebaut werden konnten.
„Die meisten von uns hatten unter solchen Bedingungen noch nie gezeltet“, berichtet Teilnehmer Linus. „Aber mit der richtigen Kleidung und Ausstattung konnte man trotzdem Schlaf finden.“ Nach dem Aufbau der Zelte stand auch schon das warme Wasser für das gemeinsame Abendessen bereit.
Ersteinsatz in der Nacht – Rettung am Kybfelsen
Noch in derselben Nacht folgten die ersten großen Übungseinsätze: Ein abgestürzter Wanderer am Kybfelsen bei Freiburg musste lokalisiert, versorgt und gerettet werden. Gegen 4:30 Uhr kehrte das Team erschöpft, aber zufrieden zurück ins Lager.
Anspruchsvolle Szenarien am zweiten Tag
Am Samstag standen mehrere umfangreiche Einsatzübungen an. Das Logistik-Team trainierte den Umgang mit einer Seilwinde, um im Ernstfall Fahrzeuge oder Hindernisse bewegen zu können. Zwei Module Bergrettung rückten zu einer Übung an den Todtnauer Wasserfällen aus um dort einen Verletzten aus dem unwegsamem Gelände zu retten.
Direkt im Anschluss folgte ein weiterer Einsatz am Seebuck am Feldberg: Vier verletzte Personen, erneut waren zwei Module und Bergrettung gefordert. „Die Übungseinsätze waren alle total spannend“, erzählt Linus.
Neue Erkenntnisse, starkes Teamgefühl
Für Jana, die zum ersten Mal an einer solchen Übung teilnahm, war das Wochenende ein voller Erfolg:
„Das hat mega viel Spaß gemacht! Ein Wochenende mit einer richtig coolen Truppe, die total motiviert war. Obwohl es so kalt war, hatten alle richtig Spaß.“
Die Stimmung blieb während der gesamten Übung hervorragend – trotz der Belastung durch Wetter, wenig Schlaf und fordernde Szenarien. „Gebündelt kann man selten so intensiv Bergwacht üben“, fasst Jana zusammen. „Wenn es darauf ankommt, kann man sich aufeinander verlassen.“
Abbau, Rückmarsch und Fazit
Am Sonntag ging es früh weiter: Alles musste so verladen werden, dass die Ausstattung für kommende Einsätze unmittelbar wieder einsatzbereit ist. Zurück in Hinterzarten wurde sämtliches Material verräumt, gereinigt und zum Trocknen aufgebaut – denn durch Schnee und Nässe war so gut wie alles durchfeuchtet.
Nach drei intensiven Tagen ziehen die Teilnehmenden ein positives Fazit: Neue Erkenntnisse wurden gewonnen, Verbesserungsbedarf identifiziert und das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Modulen gestärkt.
„Es war lustig und eine gute Zeit“, sagt Linus – und viele freuen sich bereits auf die nächste Übung.












