Retten an allen Ecken

Waldkirch (09. Juli 2012).

Der Landeswettbewerb der Gemeinschaften des Badischen Roten Kreuzes fand am Samstag in Waldkirch statt. 17 Wettkampfgruppen aus den 16 badischen Kreisverbänden kämpften um den Sieg, der im kommenden Jahr zur Teilnahme am Bundeswettbewerb berechtigt. Geleitet wurde der Wettbewerb von Landesgeschäftsführerin Birgit Wiloth-Sacherer.
132 aktive Teilnehmer und die 46 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter eilten Richtung Wettbewerbsparcours. Dieser begann am Rettungszentrum, führte über den Max-Barth-Weg und die Beethovenstraße, zum Gymnasium und zum Stadtrainsee und in die Schlettstadtallee, in den Rathaus-Innenhof und zum Alten Friedhof. An den zwölf „Aktionsstationen“ konnten die Gruppen ihren Ausbildungsstand beweisen. Eine Wertung für das Leistungsabzeichenwar gleich mit eingeschlossen. Drei besonders interessante Übungen hatte die Wettbewerbsleitung für die Presse ausgesucht. Mit Pressesprecherin Martina Jockers ging es zunächst zum Stadtrainsee: Das „Herumblödeln“ im Boot endete für zwei Ruderer im Wasser. Einer konnte sich selbst ans Ufer retten und lag nun hustend auf dem Rücken. Er wurde beruhigt und richtig gelagert. Der zweite musste ans Ufer geholt werden, hatte viel Wasser geschluckt, war blass und fror.
Noch schlimmer sah es in einem Waldstück oberhalb des Spielplatzes aus. Zwei Waldarbeiter waren von einem umgesägten Baum erfasst worden. Der eine hatte sich mit der Kettensäge in die Schnittschutzhose gesägt, seine starken Blutungen konnten auf dem Weg behandelt werden. Der zweite lag mit Thorax-Trauma, da er mit dem Brustkorb auf Steinen und Baumstümpfen aufschlug, im schwer zugänglichen Hang. Die alarmierte Bergwacht seilte einen DRK-Helfer zu ihm ab, der Notarzt wurde nachgefordert. Der DRK-Mann und die Bergwacht lagerten ihn zunächst auf einer Trage und transportierten ihn danach ab.
Eine schwierige Situation ergab sich aber auch beim „Absturz“ zweier GleitGleitschirmfliegerinnen durch einen Zusammenstoß. Die eine konnte die Gurtverbindung lösen, stürzte zu Boden und verletzte sich an Handgelenk und Knien; die zweite hing noch bewusstlos im Gurt. Das war natürlich, neben der Ersten Hilfe, auch ein Fall für den Notarzt.
Neben den vielen Rotkreuz-Angehörigen, die am Samstagvormittag in voller „Montur“ in der Stadt zu sehen waren, erregten besonders zwei Gruppen die Aufmerksamkeit der Leute: Es waren die Angehörigen des Jugendrotkreuzes aus dem kroatischen Vinkovci, die zu Besuch in der Partnerstadt Kenzingen weilen und – außer Konkurrenz – mit dabei waren. Der Wettbewerb des Roten Kreuzes demonstrierte nicht nur den ausgezeichneten Leistungsstand der Gruppen, sondern auch die gute Zusammenarbeit mit den weiteren Rettungsorganisationen, wie Bergwacht, DLRG, Feuerwehr und THW.
Landrat Hanno Hurth und OB Richard Leibinger sprachen sich sehr anerkennend über die Leistungen aus. Sieger wurde die Wettkampfgruppe „rotKEHLchen“ aus Kehl, gefolgt von Tannheim und Hornberg.

Quelle Artikel: Badische Zeitung; Eberhard Weiß

 2012.07.09 BZ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle Fotos: Badische Zeitung; Eberhard Weiß