Katastrophenübung

500 Einsatzkräfte proben die Mehrfach-Katatrophe

Waldkirch (07. Juli 2011).

Fahrzeuge und Blaulicht waren echt, der Einsatzzweck am lauen Sommerabend jedoch nur angenommen: Mit einer großangelegten Übung mit mehreren Einsatzorten im Landkreis Emmendingen sollte der "Fall der Fälle" durchgespielt werden. Der Termin war vorher nicht bekannt und auch nicht durchgesickert, um die Katastropenschutzübung so real wie möglich zu gestalten.
Kurz nach halb sechs Uhr abends erfolgte die erste Alarmierung durch das Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landratsamtes. Angenommen wurde eine Explosion in einem Sexauer Maschinenbaubetrieb mit rund 20 Verletzten. Kurz darauf musste ein abgestürzter Drachenflieger in Winden aus einem Baum von der Waldkircher Ortsgruppe der Bergwacht gerettet werden. Unterdessen hatten DLRG und THW die Aufgabe, einen vermissten Tauscher im See der Freizeitanlage Müller in Riegel zu suchen. Ein größerer Gefahrgutunfall ereignete sich in einer Denzlinger Firma. Beim Beladen eines trat eine ätzende chemische Flüssigkeit aus, eine Schadstoffwolke bewegte sich Richtung Denzlinger Ortsmitte. Im Einsatz waren bei diesem Szenario die ABC-Feuerwehren aus Waldkirch, Emmendingen, Teningen und Kenzingen gefordert. Am frühen Abend schließlich wurden weitere Feuerwehren alarmiert, weil in der Teninger Allmend bei Reute ein Waldbrand ausgebrochen war und er mit dem Wasser aus großen Tanklöschfahrzeugen eingedämmt werden musste.
Um möglichst viele Vorfälle durchzuspielen, wurde außerdem auch noch ein Stromausfall im gesamten Landkreis angenommen, bei dem die Kommunikaton nur noch über Funk aus den Feuerwehrgerätehäusern aufrecht erhalten werden konnte.
Bei der dreistündigen Übung waren über 100 Fahrzeuge und weit mehr als 500 Mitglieder der Hilfsorganisationen von Feuerwehr, DRK, DLRG, THW und Bergwacht im Einsatz. Bei den Feuerwehren rückten Mitglieder aus allen 24 Orten des Landkreises aus. Auch die Polizei und der Verbindungsmann der Bundeswehr beteiligten sich an der Übung. Sie wurde vom Führungsstab und Verwaltungsstab des Landkreises koordiniert, die in ihren Räumen im Gebäude des DRK-Kreisverbandes tagten.
Geübt wurde an diesem Abend auch die Zusammenarbeit mit den Medien und Onlinediensten, um im Ernstfall die Bevölkerung - soweit nicht durch Stromausfall eingeschränkt - zu informieren.
Bei einer - fiktiven - Pressekonferenz zogen Landrat Hanno Hurth und Jörg Berger, der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz eine positive Bilanz der Katastrophenschutzübung, bei der das Funktionieren der Integrierten Leitstelle unter großem Zeitdruck, die Mobilisierung vieler Einsatzkräfte an einem Sommerabend und die Koordination der Abläufe im Mittelpunkt stand.
Pünktlich zum Beginn des letzten deutschen Gruppenspieles bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft war die Übung beendet.
Wie schnell aus einer Übung Ernst werden kann, zeigte sich im Elztal: Noch während die Übung lief, musste auf dem Kandel ein abgestürzter Drachenflieger von der Bergwacht gerettet werden. Genau dieses hatten die Einsatzkräfte kurz zuvor bei einem angenommen Fall in Winden geübt.