Patientin auf Abwegen

Waldkirch (12. Mai 2011).

Am Donnerstagnachmittag, den 12.Mai 2011 wurde die Bergwacht Ortgruppe Waldkirch gegen 16.20 Uhr zur Bergung einer verunglückten Dame aus einer steilen verwachsenen Geröllhalde nördlich des Waldkircher Bahnhofs über Funkmeldeempfänger alarmiert.
Bei Eintreffen der Bergwachtkameraden waren der Rettungswagen der Wache Waldkirch sowie das Notarzteinsatzfahrzeug aus Emmendingen und ein Streifenwagen der Polizei vor Ort. Der Notarzt und ein Rettungsassistent waren bereits 5m die steile mit Dornen und jungen Rubinien verwachsene Geröllhalde empor gestiegen und versorgten die blutende 70-jährige Patientin mit Schmerzmittel, welche mit den Beinen und dem Oberkörper zwischen mehreren kleinen Bäumen eingeklemmt war. Ebenso wurde eine Halskrause angelegt, der gebrochene Unterarm sowie der vermeintlich gebrochene Oberschenkel geschient.
Die verwirrte Patientin lag ursprünglich im Bruder-Klaus-Krankenhaus, war am Vormittag stiften gegangen und wurde bereits von der Polizei gesucht. Die Einsatzstelle befand sich nur wenige Hundertmeter Luftlinie von der Klinik entfernt. Offenbar muss die Patientin durch den Wald geirrt sein, den Abhang übersehen haben und die steile Blockhalde ca. 8m hinuntergestürzt sein. Passanten hatten vom darunter verlaufenden Fahrradverbindungsweg Waldkirch – Kollnau die Hilferufe der Frau gehört und die Rettung über die integrierte Rettungsleitstelle Emmendingen via -112- gerufen.

2011.05.12_Patientin auf Abwegen

Nachdem ein Bergretter den Weg von unten zur Verunglückten mit einer Handsäge freigemacht hatte, wurde mit der Bergung begonnen. Die Patientin wurde vorsichtig freigesägt und auf die Vakuummatratze im mittlerweile mit Seilsicherung herbeigebrachten Akia umgelagert und sicher auf den Radweg abgelassen. Nach der Übergabe an den straßengebundenen Rettungsdienst war der Einsatz für die Bergretter nach einer Stunde beendet. Die Patientin wurde nach Emmendingen ins Kreiskrankenhaus zur ausführlicheren chirurgischen Untersuchung gebracht.
Im Einsatz waren 4 Bergwachtkameraden.

Gerade auch ein solcher Einsatz zeigt, dass die Bergwacht nicht nur aus Extremsituationen, wie Absturz eines Gleitschirm- oder Drachenflieger in einen Baum oder verunglückte Kletterer rettet, sondern auch im Stadtgebiet die Patienten im unwegsamen Gelände bestens versorgt uns sicher zu Boden bringt.

Im Einsatz waren:
Bergwacht: Thomas Schmieder, Nico Zink, Friedhelm Hentschel jun., Heiner Berndt
Notarzt: Urs Pietsch
RTW: Lucian Haid