Rettung aus der Not am Berg

Beim Präsentationstag auf der Kastelburg zeigte die Bergwacht eindrucksvoll ihre Fähigkeiten / Hilfreiches neues Fahrzeug

VON UNSEREM MITARBEITER EBERHARD WEISS WALDKIRCH (11. Oktober 2010).

Neben der offiziellen Übergabe des neuen All-Terrain- Rettungsfahrzeuges (ATV) standen auch sehr eindruckvolle Demonstrationsübungen Im Mittelpunkt des Bergwachttages der Ortsgruppe Waldkirch der Bergwacht Schwarzwald am Samstag auf der Kastelburg.

Vorsitzender Fridolin Löffler konnte neben einer Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern, die sich an der Arbeit der Bergwacht Interessiert zeigten, auch viele Vertreter befreundeter Bergwachtortsgruppen und weiterer Rettungsorganisationen willkommen heißen. Ursula Querfurth vertrat Oberbürgermeister Richard Leibinger, Frank Uebler den Landrat. Auch Jochen Hilpert, der Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, war gekommen. Ein besonderer Willkommensgruß galt Frank Kühnel, dem Landes- und Bundesvorsitzenden der Bergwacht.

SAVE0448

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Das neue Rettungsfahrzeug wird übergeben. Mit dabei (von links) Frank Uebler, Fridolin Löffler, Frank Kühnel, Ursula Querfurth und Jürgen Holzer

 

Fridolin Löffler nahm die Gelegenheit wahr, die Aufgaben der Ortsgruppe zu umreißen, da sich, obwohl diese seit 58 Jahren bestehe, viele Leute sie nicht kennen. Die Waldkircher Ortsgruppe, eine der 26 im Schwarzwald tätigen, hat 35 aktive Mitglieder, 10 Jugendliche und 15 Altersmitglieder. Ihr Dienstgebiet umfasst den ganzen Landkreis Emmendingen mit dein Hauptfokus Kandel und der angrenzenden Gebiete. Zu den Aufgaben gehören die Rettung und Versorgung verunglückter Personen aus unwegsamem Gelände, die Höhenrettung und auch die Totenbergung. Ein großes Aufgabengebiet ist der Naturschutz mit der Biotoppflege, Maßnahmen zur Erhaltung des Auerwildes und die Rangertätigkeit mit Besucherlenkung, Ausbildung zum qualifizierten Naturführer und Kandelguide. Fester Bestandteil ist die Jugendausbildung.

Das neue Rettungsfahrzeug Ist sowohl für den Einsatz Im Winter als auch Im Sommer geeignet (die BZ berichtete). Durch die Straßenzulassung sind die Helfer im gesamten Einsatzgebiet flexibel. Dabei Ist die Transportmöglichkeit von liegenden Verletzten direkt auf dem Fahrzeug (also nicht auf einem Nachläufer oder Anhänger) von Vorteil, zumal der Notarzt immer dabei sein kann. Fridolin Löffler dankte dem Land Baden-Württemberg, dem Landkreis und der Stadt Waldkirch für die Bewilligung der Gelder trotz angespannter Haushaltslage, aber auch den Förderem und Spendern, die die Ortsgruppe immer wieder unterstützen.

Baumbergung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hilfe naht: Niko Zink (oben) birgt einen in einem Baum hängen gebliebenen Gleitschirmflieger

Hohes Lob zollte der Landesvorsitzende der Ortsgruppe, die zu den, leistungsstärksten im Schwarzwald gehöre und sich besondere Kompetenz in der Rettungstechnik bei der Bergung von Gleitschirmfliegern erworben habe. Sie sei ein großartiges Beispiel für den Zusammenhalt in schwieriger Zeit. Sein Dank galt allen Mitgliedern, aber auch den Familienangehörigen. Er wünschte, dass die Bergwachtkameraden mit diesem Fahrzeug immer rechtzeitig denen beistehen können, die der Hilfe bedürfen, dass sie jedoch auch immer unfallfrei unterwegs sind. Frank Uebler überbrachte Dank und Anerkennung den Mitbürgern.

Drei eindrucksvolle Demonstrationen zeigten sodann die Arbeit der Bergwacht. Zunächst musste ein in den Bäumen hängen gebliebener Gleitschirmflieger gerettet werden. Wie sich Niko Zink vom hohen Nachbarbaum auf den Baum des verunglückten am Seil hinüber schwang und diesen auf den Boden brachte, verriet hohe Ausbildung und Professionalität. Zum Einsatz kam auch das neue Fahrzeug: Bei der Rettung einer Kletterin, die aus der steilen Felswand huckepack abgeseilt und sofort ins Tal gebracht werden musste. Und sicher gehört, wie bei allen anderen Demonstrationen, auch viel Mut dazu, sich vom hohen Turm der Kastelburg abzuseilen. Ob Wanderer am Berg, ob Gleitschirmflieger, Kletterer oder Skiläufer im Winter - für alle ist es tröstlich zu wissen, dass es die Bergwacht gibt, die Im Notfall hilft. Die Demonstration am Samstag hat dies eindeutig aufgezeigt.