Chronik

  

Es ist wenig noch bekannt, dass der Gedanke 'Bergwacht' und ihre Notwendigkeit in Todtnauberg eine lange Tradition hat. Schon in den 20er und 30er Jahren machten Männer aus Todtnauberg, unterstützt von der Bergwacht Todtnau, Bergwachtdienst, und dies unter teils schwierigen und p Bau Rettungswache rimitiven Verhältnissen. Sie legten damals schon den ersten Eckstein für unsere heutige Ortsgruppe. Es waren dies die Männer Philipp Wissler, Hermann Schneider, Josef Fischer, Siegfried Schweizer, Hermann Wissler, Hugo Kumpf und der ehemalige Sternenwirt Paul Brender. 

Der behehlfsmäßige Dienst ging weiter bis zum Anfang des Krieges, der dann alles Angefangene von selbst auflöste. Aber gleich nach dem Krieg zeigte sich die alte Lust am Leben und damit auch am Skifahren. 

Der Berwachtgedanke erwachte wieder von Neuem und wurde immer drängender. Schon etliche Jahre vor 1954, als schon wieder einige junge Todtnauberger Männer in den Reihen der Todtnauer Bergwacht in Todtnauberg Bergwachtdienst taten, wurde der Gedanke laut und ernsthaft diskutiert, bei uns eine eigene Ortsgruppe zu gründen. Die beiden Ortschaften lagen für eine gute Betreuung von Todtnau her zu weit auseinander. Es fehlte auch an der richtigen organisatorischen Möglichkeit und an der sachgerechten Ausrüstung. Es war allerdings auch schon damals für die Skilehrer und Vermieter in Todtnauberg eine Beruhigung zu wissen: es sind bei einem Unfall auch Rufmänner da, die bereit sind, den Verletzten Hilfe zu bringen und sie von den Skihängen zu holen. Aber es zeigte sich,

Bilder vom Bau der Rettungswache finden Sie hier... 

dass dies nur eine halbe Sache war. Der Skibetrieb nahm immer stärker zu, es bestand die Gefahr, der Aufgabe nicht mehr gewachsen zu sein. Das sahen sowohl die Todtnauer Bergwachtmänner als auch die Todtnauberger, die mit den Todtnauern zusammen Dienst taten, und der damalige Vorstand der Gesamtleitung der Bergwacht Schwarzwald, Kamerad Friedrich. Darum bat Friedrich die Todtnauer Kameraden, mit Todtnauberg Fühlung aufzunehmen, ob sich wohl so viele Männer bereitfänden, um eine eigene Ortsgruppe zu gründen. Das war im Winter 1953/54. Und es fanden sich welche, die diesen Gedanken bejahten. Es wurde darauf gedrängt, die vorhandene Bereitschaft gleich zu nutzen und so wurde mit Kamerad Friedrich der 17. Januar 1954 als Termin für eine erste Zusammenkunft vereinbart. Dazu wurden der Gesamtvorstand der Bergwacht Todtnau und als Vertreter der Gemeinde Todtnauberg der Bürgermeister Schubnell eingeladen. Es waren sieben Männer gekommen, die bereit waren, die Mühe auf sich zu nehmen, um die Aufgabe zu erfüllen, die eine Bergwacht-Ortsgruppe von ihren Mitgliedern verlangte. Es war ein bescheidener Anfang, man gab sich keinen Illusionen hin, und war sich der Arbeit und der Verantwortung bewusst, die auf alle zukamen.

Und so wurde an diesem Tag im Hotel Sternen die Ortsgruppe Todtnauberg gleichsam als Tochter der Bergwacht Todtnau gegründet. Bei den Wahlen gingen als Vorstände hervor: Hugo Wissler als erster Vorsitzender, Alfred Bock als Schriftführer und Kassierer und Philipp Wissler als Geräte- und Materialverwalter. 

Es war eine kleine Organisation, die da entstanden war. Drei Männer im Vorstand und dazu vier weitere Mitglieder: Anton Brender, Albert Brender, Josef Rotzinger und Robert Wunderle. Nach der heutigen Regel würde diese sieben Männer nicht einmal für eine gesamte Vorstandschaft reichen. Aber es war ein Anfang gemacht und die Zukunft hat gezeigt, dass die Ortsgruppe lebensfähig war und die Kraft dazu hatte, sich zu erhalten und auch zu wachsen. Schon im Herbst 1954 kamen sieben weitere Mitglieder dazu. Nun aber begann für die neuen Bergwachmänner die Arbeit. Es galt nicht nur, die Ortsgruppe organisatorisch aufzubauen, sondern vor allem auszubilden. 

So wurde in kurzer Zeit eine Ortsgruppe geschaffen, die mit den örtlichen Gegebenheiten und Erfordernissen fertig wurde. Es kamen Jahr für Jahr neue Mitglieder dazu. Es wuchs aber auch der Skibetrieb und die Anzahl der Unfälle und damit die Arbeit der Bergwacht. 

Um den höheren Anforderungen im medizinischen Bereich gerecht zu werden, unterstützten uns auch heute noch unsere Bergwacht-Ärzte. Seit 1960 kann sich Todtnauberger Ortsgruppe glücklich schätzen, dass sie immer einen eigenen Bergwacht-Arzt hatte und hat. Der erste Arzt der Ortsgruppe, Dr. Siegfried Weller aus Freiburg, fand sich bei Wind und Wetter und unter jeder Bedingung pünktlich und zuverlässig in Todtnauberg ein, um die Kameraden medizinisch auszubilden. Ihm folgten die Herren Dr. Görderler, Dr. Spillner, Dr. Reichhold und bis heute Dr. Diezemann, die die anatomische und medizinische Ausbildung der Bergwachtmitglieder zum größten Teil übernommen haben. Ihnen gebührt an dieser Stelle ein Dankeschön für die Arbeit und ihre zur Verfügung gestellte Freizeit.

Da die Todtnauberger Ortsgruppe für ihre Diensttage keine feste Bleibe hatte, die diensthabenden Kameraden zeitweise im Hotel Sternen, im Rathaus, im ehemaligen Dreiköni bau12 gsaal oder im ausgebauten Raum am Kapellenlift ihre Dienstzeit verbrachten, wurde nach einigen Jahren beschlossen, für die Zwecke der Bergwacht eine eigene Unterkunft zu bauen. Diese sollte gleichzeitig auch Platz für die zunehmende Ausrüstung und das notwendige Material bieten können. Die geplante Rettungswache sollte vor allen Dingen eine zentrale Lage in Todtnauberg haben, damit einerseits alle Lifte von dort aus versorgt werden konnten und andererseits die Möglichkeit zu Abtransport durch den Krankenwagen bestand. Die Rettungswache musste also von der Strasse her zu erreichen sein, auch im Winter und bei Schnee. 

Der Platz unterhalb des Kapellenliftes, also der heutige Standort der Hütte, stellte sich schließlich als geeignet heraus. Der erste Spatenstich zum Beginn des Baus wurde am 26. März 1977 getan. Am 2. April begannen dann die Aushubarbeiten für das Fundament. Kamerad Albert Strohmeier wurde von der damaligen Vorstandschaft zum Bauleiter ernannt und übernahm daraufhin die gesamte Koordination von der Arbeitseinteilung bis zur Materialbeschaffung. Alle Mitglieder der Ortsgruppe erklärten sich bereit, 35 Stunden unentgeltlich auf der Baustelle zu arbeiten. Durch diese Mithilfe aller konnte bereits am 15. Oktober 1977 das Richtfest gefeiert werden. Als "größter und stolzester Tag in der Geschichte der Ortsgruppe Todtnauberg" wird im Protokollbuch der 13. Oktober 1978 bezeichnet. Dies war nämlich der Tag der Einweihung der neuen Rettungswache. Sie wurde in einem festlichen Rahmen gefeiert. Ein neuer, großer Schritt  in der Geschichte der Bergwacht Todtnauberg war getan. Von nun an konnten alle Übungsabende und Diensttage unter eigenem Dach stattfinden. Alles war nun an einem Ort und fand seinen eigenen Platz.

skidoo altDie Aufgaben der Bergwacht wuchsen weiterhin, und so mussten auch die Rettungsgeräte im Laufe der Jahre erneuert bzw. verbessert werden. Eine dieser Neuerungen war der Ski-Doo, der Motorschlitten, der von der Ortsgruppe 1978 in Empfang genommen werden konnte. Der Ski-Doo erleichterte die Hilfeleistungen und die Abtransporte vor allem auf der Loipe, die ebenfalls von der Bergwacht betreut wird. Er ermöglicht ein schnelleres Erreichen der Verletzten und einen rascheren Abtransport. 

Ein weiteres Transportmittel, das gerade für die Bergung aus unwegsamen Gelände heute nicht mehr wegzudenken ist, ist der Hubschrauber. Die erste Begegnung mit diesem damals neuen Rettungsmittel machte die Ortsgruppe im Juni 1972, als nämlich der erste Hubschrauberlehrgang auf dem Erlenbach stattfand. Der damalige Technische Leiter Wendelin Schubnell nahm als erster der Ortsgruppe daran luftretter teil und informierte seine Kameraden über den Verlauf und die neuen Aufgaben, die der Hubschrauber für den Rettungsdienst mit sich brachte. Im Sommer 1973 konnte der Hubschrauber auch dann das erste Mal bei einem Abtransport eines verletzten zwölfjährigen Mädchens aus dem Alpinen Pfad eingesetzt werden. Der erste Hubschraubereinsatz galt so einem Kind, das dadurch viel schneller und schonender in das nächste Krankenhaus und zu einem behandelnden Arzt gebracht werden konnte.

Ein Novum in der Todtnauberger Bergwacht ist für das Jahr 1980 zu vermerken: die ersten Frauen traten in Todtnauberg der Bergwacht bei. Das waren Andrea Schneider (heute Brender) und Walburga Rotzinger (heute Kohler). Seit jenem Jahr kamen regelmäßig Frauen in den Verein und unterstützten die Kameraden in der Arbeit und in der Vorstandschaft. Am 13. November 1982 wurde der Ortsgruppe Todtnauberg vom Landrat feierlich das Katastrophenfahrzeug übergeben, das von diesem Termin an in unserer Ortsgruppe stationiert wurde. Die Bergwacht hatte nun ein Fahrzeug zur Verfügung, das bei Einsätzen verwendet werden konnte. Da die Winter in den vergangenen Jahren nicht mehr so schneereich wie gewohnt waren, gab es für den Einsatz des Ski-Doos einige Probleme: über die schneefreien Stellen konnte mit diesem Transportmittel nicht gefahren werden, was besonders für den Loipeneinsatz ein Hindernis darstellte. Es wurde in der Ortsgruppe deshalb entschieden, einen Anhänger anzuschaffen, in dem der Ski-Doo mit Hilfe des Fahrzeuges über die schneefreien Strecken transportiert werden könnte. Dieser Entschluss wurde schließlich in die Tat umgesetzt. Die Bergwacht bekam in den letzten Jahren mehr und mehr Materialien und Rettungsgeräte dazu, weshalb der Platz für die Unterbringung knapp wurde. Auch der Übungsraum bedurfte einer Vergrößerung. So wurde im März 1992 ein Anbau ab die bestehende Rettungswache in Angriff genommen. Einige Mitglieder der Ortsgruppe bemühten sich ganz besonders um die Baumaßnahmen und opferten viele Stunden nach Feierabend und am Wochenende für die Arbeit an der Garage. Ihnen war es zu verdanken, dass der Anbau schon am "Tag der offenen Tür" im Juli 1992 den zahlreichen Festbesuchern vorgestellt werden konnte. Die Trachtenkapelle Todtnauberg, die zum Frühschoppenkonzert spielte, konnte nun zum ersten Mal auf der überdachten Terrasse Platz nehmen und von dort aus die Besucher mit ihrer Musik erfreuen. Auch die Übungsabende konnten von da an in dem nun wesentlich geräumigeren Übungsraum abgehalten werden und Ski-Doo und Anhänger fanden einen neuen Platz. 

skidoogelbIm Jahre 2001 wurde der inzwischen in die Jahre gekommene Ski-Doo durch einen neuen Motorschlitten ersetzt. Da im Land Baden-Württemberg die Finanzmittel immer knapper wurden, konnte ein seit Jahren beantragter Zuschuss noch nicht freigegeben werden. Um einen optimalen Rettungsdienst gewährleisten zu können, entschloss sich die Ortsgruppe Todtnauberg, den neuen Motorschlitten vollständig selbst zu finanzieren. 

Seit Ausgang der sechziger Jahre werden die jährlich stattfinden Bergwachtprüfungen der gesamten Bergwacht Schwarzwald in Todtnauberg durchgeführt. Sie bestehen aus einem Winter- und einem Sommerprüfungsteil.

Im Jubiläumsjahr sind die Anzahl der Einsätze der Ortsgruppe im Sommer auf 15 und im Winter auf 79 Einsätze gestiegen.
Weiterhin ist die Ortsgruppe bei Großveranstaltungen, wie der Ultra Bike Marathon in Kirchzarten oder 12 Stunden um Todtnauberg tätig. 12stundenbanner
Das Anliegen des Naturschutzes besteht dennoch weiterhin. Im Sommer gehen die Mitglieder der Bergwacht Ortsgruppe Todtnauberg regelmäßig auf Naturschutzstreife im Dienstgebiet. Weiterhin stehen Säuberungsmaßnahmen der Ortsgruppe und das jährliche Hursten ebenso im Mittelpunkt. 
12stunden massenstart 
Durch die aktive Jugendarbeit werden Jugendliche ab 10 Jahren seit dem 1. November 2000 in der Ortsgruppe nicht nur an den Naturschutz geführt, sondern auch an den Rettungsdienst.
Im Jubiläumsjahr zählt die Ortsgruppe insgesamt 47 Mitglieder (25 aktive Mitglieder, incl. 3 Frauen; 6 Mitglieder in der Altersmannschaft, 6 Bergwacht Anwärter und 10 Jugendbergwachtler)
 Im Jahr 2004 kann die Ortsgruppe Todtnauberg auf ihr 50 jähriges Bestehen zurückblicken. Sie lädt deshalb Freunde, Förderer und Interessierte ein, mit ihr dieses Datum bei einem Fest zu feiern. Die Mitglieder der Todtnauberger Bergwacht wünschen allen Festgästen einen schönen Verlauf und einige angenehme Stunden.