12 Stunden Rennen mit schnellster Rennrunde

12stundenbanner  Pünktlich um 8,00 Uhr am Samstag morgen wurde das 12 Stunden Mountain Bike Rennen von Todtnauberg gestartet. Wir übernahmen auch in diesem Jahr wieder den gesamten Rettungsdienst auf und um die Rennstrecke. Dazu waren 3 Fahrzeuge, 1 Notarzt mit Fahrer und ein Rettungsassistent auf Geländemotorrädern  sowie etliche Streckenposten und ein eigen dafür aufgebautes Sani- Zelt mit Dr. und Team organisiert worden. Schon nach der ersten Runde wurden im Zelt die ersten Fahrer versorgt.  Leichtere Verletzungen wurden in der Praxis von unserer Bw. Ärztin versorgt und 1 Fahrer wurde vorsorglich mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

 

Aus  der Badischen Zeitung

 
Dickes Lob für die Veranstalter nach dem sportlichen Großereignis auf dem Berg / Heiko Gutmann schafft schnellste Zeit seit den Anfängen des Rennens

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Jäger
TODTNAU-TODTNAUBERG. Einen Rundenrekord gab es am Wochenende beim 12-Stunden-Rennen in Todtnauberg. Mit einer Zeit von 29.24 Minuten gab Heiko Gutmann vom Team Rothaus Cube gleich zu Beginn eine sensationelle Zeit für die 14-Kilometer -Runde auf schwerem Gelände vor. Seit den Anfängen des Rennens, hat kein Fahrer die Strecke schneller geschafft.

Bei strahlendem Sonnenschein drehten in Todtnauberg wieder knapp 400 Teilnehmer bei diesem legendären Mountainbikerennen ihre Runden — und das einen halben Tag lang. Die 14 Kilometer-Strecke führte über Wald und Wanderwege, mitten durch den Stübenbach, über Treppen und holprige Baumwurzeln.

Achtzehn Runden und somit 252 Kilometer in elf Stunden und vier Minuten schaffte Wolfgang Fink und wurde, wie bereits im Vorjahr, in der Einzelwertung der Männer zum "Schwarzwald-Mountainbike-König" gekrönt. Bei den Damen Einzelfahrern wurde Irene Pfad "Königin" , sie hielt es elf Stunden und 41 Minuten im Sattel aus und schaffte 15 Runden, gefolgt von Lokalmatadorin Judith Stempfer auf dem zweiten Platz mit 14 Runden in elf Stunden und zwölf Minuten. Aus Holland, Frankreich, Schweden, Dänemark, England, Italien und aus der Schweiz waren die Teilnehmer angereist, die als Einzelfahrer, in Zweier-, Dreier-, Vierer- oder Mixed-Teams unterwegs waren. Mit "Gib Gummi" oder lautem "Hopp hopp" feuerten die zahlreichen Fans am Wegesrand die eifrigen Strampler an. Dem neuen Moderator Walter Kaiser versagte auch nach zwölf Stunden noch nicht die Stimme. Professionell gab der ehemalige Skirennläufer seine Kommentare ab und fand aufmunternde Worte für die Teilnehmer. Andreas Schneider und Winfried Rotzinger vom veranstaltenden Skiclub zeigten sich hoch zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf des Rennens.

Rennfahrer sprechen von

einem "Super-Event"

Viele fleißige Helfer der beteiligten Todtnauberger Vereine hatten dazu beigetragen, dass das 12-Stunden-Rennen von Todtnauberg wieder ein "Super-Event" wurde, wie es Daniel Scheib aus Neustadt begeistert ausdrückte. Peter Colamarino aus Kirchheim-Teck fuhr zum neunten Mal mit und lobte die Strecke. "Schnell, aber nicht gefährlich" , sagte er, "doch technisches Know-How ist schon Voraussetzung beim Cross-Country-Mountainbiken." Einige Stürze gab es trotzdem, ein 60-jähriger Fahrer wurde nach einem Sturz mit dem Rettungshubschrauber nach Lörrach ins Krankenhaus geflogen. Im Kurhaus gab es kostenlose Massagen, hier konnten die Fahrerinnen und Fahrer ihre geschundenen Waden massieren lassen. An einer langen Essenstheke wurden Nudeln angeboten und an der Strecke wurden die Biker mit Obst und Getränken versorgt. In der neu geschaffenen Klasse der Junioren, mit einer Fahrtzeit von sechs Stunden, fuhren — ohne Konkurrenz — Rebecca Sell, Ann-Kathrin Fink und Madlen Ortlieb von der "Bike Crew Münstertal" acht Runden in sechs Stunden und dreizehn Minuten. Weil Heiko Gutmann gleich zu Beginn so stark gefahren war fuhren die vier Jungs vom Team Rothaus Cube, wie bereits im Vorjahr, rasant auf den ersten Platz.

Bei den Herren Einzelstarter siegte Wolfgang Fink in 11 Stunden vier Minuten (18 Runden), gefolgt von Ralf Egle mit elf Stunden vierundzwanzig (18 Runden), auf den dritten Platz kam Frank Melchien mit elf Stunden vierzig und ebenfalls 18 Runden. Bei den Damen siegte Irene Pfad in elf Stunden einundvierzig (15 Runden), auf den zweiten Platz kam Judith Stempfer mit elf Stunden zwölf Minuten (14 Runden), gefolgt von Kirsten Holzhüter mit elf Stunden fünfunddreißig und ebenfalls vierzehn Runden. In genau einem Jahr, am 29. August 2009 wird es wieder ein 12 Stunden Rennen in Todtnauberg geben.



 

Von unserem Redakteur Matthias Kaufhold
MOUNTAINBIKE. In Todtnauberg lachte für die Mountainbiker am vergangenen Samstag die Sonne. Mal wieder. Bis auf das Rennen vor zwei Jahren, das wegen Starkregens um eine Stunde verkürzt werden musste, spielt der Sommer bei den "Zwölf Stunden von Todtnauberg" regelmäßig seine Qualitäten aus. Dennoch ist der Himmel über dem MTB-Klassiker, der in diesem Jahr seine zehnte Auflage erlebte, nicht ungetrübt. Die Starterzahlen verharrten im zweiten Jahr in Folge an der 400er Grenze. Das Rennen ist damit in den kommenden Jahren kein Selbstläufer.

So richtig können sich weder die Fahrer noch die Verantwortlichen erklären, warum der Trend seit dem Boomjahr 2003 mit über 800 Fahrern beständig nach unten zeigt. "Das Rennen ist ein Erlebnis, so was fährt man nicht alle Tage" , lobt der Tiengener Felix Rueb den Zwölfstundenritt über die malerische 14-Kilometer-Schleife rund um den Ort. Von morgens um acht bis abends um acht herrschte zwischen Rennsattel, Klappstuhl und Massagebank reger Pendelverkehr. "Es ist abwechslungsreich, und man trifft viele Biker aus der Gegend" , sagt Rueb, der zusammen mit Jens Herber und Thomas Hess für den VBC Waldshut-Tiengen die Dreier-Konkurrenz gewann.

Doch die Todtnauberger sind mit ihrer Pionierfahrt längst nicht mehr allein. Auf dem Markt der Bike-Events herrscht ein bisweilen rüder Verdrängungswettbewerb. "Viele Ausrichter machen sich gegenseitig das Leben schwer" , kritisiert Rueb. Auch in Südbaden: So finden in diesem Jahr der Schauinslandkönig, für den in Todtnauberg mittels Flugzetteln hinter jedem Heckscheibenwischer offensiv an den Autos geworben wurde, und der Schwarzwald-Bike-Marathon in Furtwangen zum gleichen Termin statt (14. September). "Beide Rennen sprechen die gleiche Klientel an" , erklärt Rueb.

Lediglich der Kirchzartener Black-Forest-Ultra-Bike-Marathon ist dank hauptamtlicher Kräfte, zahlungskräftiger Sponsoren und Erfindungsreichtum bei der Streckenauswahl mit mehr als 4000 Startern über jeden Zweifel erhaben. Ein Rennen wie in Todtnauberg lebt hingegen von seiner Übersichtlichkeit und der familiären Atmosphäre. "Die groben Rahmenbedingungen wollen und können wir nicht verändern" , sagt Andreas Schneider, erster Vorsitzender des Vereins 12-Stunden-Rennen, in dem neben dem SC Todtnauberg Bergwacht, Feuerwehr, die Fasnachtszunft Beeriwieber und die Trachtenkapelle organisiert sind. "Bei uns läuft alles ehrenamtlich" , so Schneider, dessen Finanzplan auf Kante genäht ist: "Wir haben die Kosten so weit runtergefahren, dass wir bei 400 Startern auf plus minus null herauskommen."

Vorsichtige Versuche, die Teilnehmerzahl durch eine Junioren- und Altersklassenwertung in diesem Jahr aufzustocken, fanden kaum Zuspruch. Startgeschenke wie ein Renntrikot vor fünf Jahren sind inzwischen nicht mehr finanzierbar. "Wir müssen noch mehr Aufwand betreiben, um die Leute anzusprechen" , fordert deshalb der zweite Vorsitzende Michael Harenberg. Zwar wurden in diesem Jahr bereits 5000 Flyer gedruckt und verschiedene Rennkalender angeschrieben; doch so richtig rumgesprochen haben sich die Zwölf-Stunden gerade bei Jüngeren wohl noch nicht. "Es wird noch zu wenig Werbung gemacht" , schätzt die 23-jährige Lokalmatadorin Judith Stempfer. Viele ihrer Radsport-Freunde in Freiburg hätten von dem Rennen noch gar nichts gehört.