Absturz an der Belchennordseite
Rentnerin rutscht auf Schneefeld ab / Bergwacht Schönau am Einsatz beteiligt / Fehlender
Handy-Empfang verzögert Notruf
Glück im Unglück hatte eine Rentnerin, die mit drei weiteren
Personen am Donnerstag gegen 13 Uhr auf dem Belchengipfel unterwegs war. Die Frau stürzte
unterhalb des noch mit Schnee- und Eis bedeckten Gipfels und rutschte rund 80 Meter auf einem
steilen Schneefeld Richtung Nordseite ab. Dabei überschlug Sie sich mehrmals und zog sich mehrere
Verletzungen zu. Aufgrund des fehlenden Handy-Empfangs dauerte es rund 30 Minuten, bis der Notruf
durch die Begleitperson abgesetzt werden konnte. Da die Unfallstelle nicht eindeutig
lokalisierbar war, wurde die Schnelleinsatzgruppen der Bergwachten Münstertal und Schönau zur
Suche alarmiert. Mit dem ATV (All Terrain Vehikel) schlug sich der Ersthelfer durch schweres,
teilweise schneebedecktes Gelände, zur vermutlichen Unfallstelle durch. Die letzten 2 Kilometer
mussten zu Fuß gestiegen werden. Die schwer verletzte und unterkühlte Patientin wurde vor Ort
medizinisch versorgt und für die Evakuierung mit der Rettungswinde des von Bern (CH) anfliegenden
Rettungshubschraubers „Rega 3“ vorbereitet. Während des Anflugs zum Belchen wurde ein
Rettungsspezialist für Helikoptereinsätze der Bergwacht in Staufen aufgenommen. Die weiteren
Einsatzkräften der Bergwachten erreichten mit ihren Allradfahrzeugen über die Krinne bzw. den
Belchengipfel die Unfallstelle. Nach einer kurzen Erkundung der Einsatzstelle durch die Schweizer
Rettungsflieger, wurden der Rettungsspezialist der Bergwacht und die Notärztin der Rega mit
der Winde zur Einsatzstelle abgelassen. Begleitet von der Notärztin wurde die Patientin am
Windenseil des Helikopters aus der Nordseite ausgeflogen. Für die zwei weiteren Personen im
Schneefeld wurde ein Seilgeländer aufgebaut, damit diese gesichert aus der Gefahrenzone gebracht
werden konnten. Das Zusammenspiel der einzelnen am Einsatz beteiligten Bergwacht Einsatzgruppen aus
Münstertal und Schönau hat bestens funktioniert, und die Zusammenarbeit mit den Schweizer Kollegen
der Rega lief reibungslos. Sichtlich beeindruckt war die Besatzung des Helikopters von den alpinen
Verhältnisse im Schwarzwald: Während drunten im Tal schon der Frühling das Wetter bestimmt,
herrschen am Belchen noch winterliche Bedingungen.

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