Bergfahrt Hohe Tauern 2010

Osnabrücker Hütte

Eigentlich war diese Bergfahrt schon im Jahr 2009 angesagt. Leider hat zu diesem Zeitpunkt das „ liebe Kreuz“ des Verfassers dieses Artikels nicht mitgespielt. Dieses Jahr konnten wir die Tour jedoch durchführen. Abfahrtszeitpunkt war wie jedes Jahr um 6.00 Uhr. Diesmal jedoch nicht am Samstag- sondern Sonntagfrüh. Damit wollten wir, Horst, Berthold, Gerhard und Willi, den Stau auf der Tauernautobahn umgehen, was uns auch ganz gut gelungen ist. Also fuhren wir, nachdem das Auto beladen war, los. Bis auf einen kurzen Stau am Tauerntunnel kamen wir recht zügig voran und konnten in Gmünd die Autobahn verlassen um in das Maltatal einzubiegen. Endlich hatte die Autobahnfahrt ihr Ende und ein herrliches Sträßlein führte uns zunächst in ein fast ebenes Tal hinein. Bei der Mautstelle hoch zum Kölbrein-Speicher gab es dann auch eine kleine „Blockabfertigung“. Da weiter oben die Straße recht eng wurde, durften die Fahrzeuge auch immer nur im Block hoch oder herunterfahren. Gegen 13,45 Uhr hatten wir es endlich geschafft und standen an der Talsperre. 

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Zunächst mal raus aus dem Auto und ordentlich gestreckt, damit der Körper wieder in die Gerade kommen konnte, nach dieser langen Autofahrt. Der Ausblick war wie das Wetter, einfach sagenhaft. Allerdings war von der Hütte noch nichts zu sehen. Also nichts wie die Rücksäcke geschnappt und los gings Richtung Osnabrücker Hütte. Nach der Beschreibung sollten es ca. 2 Stunden Gehzeit zur Hütte sein. Es ging immer oberhalb des Sees entlang. Der Weg zog sich „so eben dahin“, was zum Eingehen recht angenehm war. Mit der Zeit mussten wir jedoch feststellen, dass der Weg nicht nur dem menschlichen Getier zur Verfügung stand, sondern auch dem landwirtschaftlichen. So konnte man den Kopf nicht nur zum Himmel oder in die Weite heben, sondern es erforderte auch den Blick auf den Boden damit es keinen bösen Überraschungen gab. Etwa nach der Hälfte des Weges konnte man langsam im Hintergrund und ganz versteckt die Hütte erkennen. Zum Schluss zog der Weg dann doch noch recht leicht an, damit man die Hüttenankunft sich auch verdient hatte. Nachdem wir unser Quartier endlich bezogen hatten, zunächst wollten wir ins Matratzenlager, aber der Hüttenwirt war der Meinung wenn wir schon länger bleiben wollten wäre es sinnvoller ein Vierbettzimmer zu nehmen damit wir ungestört von Tagesgästen wären, ging es auf die Terrasse zum obligatorischen Nachmittagskaffee.

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Wir genossen den Nachmittag und beratschlagten, was wir am nächsten Tag unternehmen wollten. Ein Blick in die Karte und mit Kennerblick stand fest, Wir machen eine Rundwanderung über die Schwarzhornseen durchs Kleinelendtal zurück zur Hütte.

Am nächsten Morgen standen wir so gegen sieben Uhr auf. Das Wetter war herrlich. Nach einem kräftigen Frühstück gings dann auch gleich los. Von der Hütte den Fallbach entlang, hoch zu einem herrlichen Wasserfall am Ende des Talbodens. An seiner rechten Seite mussten wir dann recht steil hochsteigen, damit wir an seinem oberen Ende eine weite Hochfläche erreichen konnten. Waren von der Hütte ja nur 300 Höhenmeter. Zum Glück hatte dieses Wegstück viel Sehenswertes, wie Blumen alpiner Art und auch herrliche Aussichten, so dass hier einige Aufnahmen gemacht werden mussten. Weiter gings nach einer kurzen Verschnaufpause zum unteren Schwarzhornsee. Dieser liegt herrlich in einer schönen Mulde. Um den oberen Schwarzhornsee zu erreichen, mussten wir wieder mal eine steilere Geländestufe überwinden. Zum Glück querte uns eine Schafherde, die man nicht stören durfte, sonst wären die Tiere ängstlich geworden. War uns auch recht so, da man dabei endlich mal wieder zum fotografieren gekommen ist. Der obere See ist der schönere, da man von ihm eine herrliche Aussicht zur Hochalmspitze hatte. Hier verweilten wir eine kurze Zeit, nicht nur um Kraft zu schöpfen für den Weiterweg sondern auch um die herrliche Aussicht zu genießen.

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Letzter Anstieg zur Zwischenelendascharte und dann nur noch Abstieg. Abstieg und Abstieg und ?!?!. Ein nicht endend wollender Weg. Bis nach Stunden dann doch plötzlich der Stausee wieder zu sehen war. Von dort noch eine Stunde bis zur Hütte. Geschafft aber glücklich über die Bergwachteingehtour ließen wir uns auf der Hüttenterrasse nieder um den Nachmittagskaffee zu genießen. Der Hüttenwirt hatte jedoch keine so gute Nachricht über das Wetter von morgen. Angeblich soll es zum Regnen kommen.

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Die Auskunft war nicht ganz unrecht. Am nächsten Morgen war der Himmel wolkenverhangen und es regnete. Da wir am Sonntag nicht die gesamte Ausrüstung zur Hütte tragen wollten, hatten wir nun Grund genug den Regentag nicht nur auf der Hütte zu verbringen. Zumal die nächsten Tage besser werden sollten. Also im Regen zurück zum Auto. Beim Parkplatz stand nicht nur das Auto sondern auch das Kölbreinstüberl. Also gingen wir nicht direkt zum Auto sondern zum Aufwärmen erst einmal in die „Gute Stube“. Dort gabs Leberknödelsuppe und andere Suppenarten, die wir zu Gemüte führten. Nach einer etwas längeren Pause, an der jedoch nur der gesprächige Wirt schuld war, gingen wir zum Auto und schulterten das restliche Material damit wir wieder zur Hütte zurückkehren konnten. Am Nachmittag ließ dann auch der Regen etwas nach und wir hofften auf den nächsten schönen Tag.

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Der zeigte sich dann auch am nächsten Morgen von seiner schönsten Seite. Heute machten wir uns zum Brunnkarsee auf. Der Weg sollte nicht ganz so lang sein wie die Strecke am ersten Tag. Dies war uns gerade recht, damit wir uns nochmal ganz locker für die nächsten Tage einlaufen konnten um Ankogel und Hochalmspitze angehen zu können. Der Morgen war frisch und die Feuchtigkeit des Regens vom Vortag war noch überall zu spüren.

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Zunächst gings von der Hütte ins Großelendtal um dann in einen begrünten Hang einzusteigen über den der Weg zum Brunnkarkopf führte. Oben angekommen dachten wir den See sehen zu können. Jedoch außer Steinwüste war nichts zu sehen. Zunächst gings nochmals kurz in einen Talboden von dem aus nur noch größere Steinplatten zu sehen waren. Und dort sollte es weitergehen? Kein Weg zu sehen, noch weniger irgendwelche Wegmarkierungen. Aber es war wirklich so. Im Talgrund angekommen, konnte man wieder versteckt Markierungen finden die über die steilen Steinplatten führten. Herrliches Reibungsgehen über die Platten führte dann endlich zum See. Dieser war herrlich eingebettet in einen halbrunden Felskessel. Darüber nichts als Geröllhalden. Hier machten wir ausgiebig Rast und genossen diesen herrlichen Tag. Wir gingen den gleichen Weg wieder zurück. Als wir im Großelendtal wieder ankamen, fanden wir ein herrliches Plätzchen am Bach. Hier genossen wir nochmal das Lichtspiel von Sonne und Wolken. Unser Berthold hatte anscheinend noch nicht genug, denn er wollte sich das Tal noch weiter ansehen. Da von uns restlichen drei keiner Lust hatte mitzugehen, zog er alleine los. Irgendwann konnten wir ihn nichtmehr sehen. Da wir genug Vertrauen in ihn hatten, gingen wir irgendwann Richtung Hütte. Wir saßen noch nicht lange mal wieder bei unserem Nachmittagskaffee und Apfelstrudel, da kam auch der Berthold daher und strahlte über das gesamte Gesicht. Am Abend erzählte er uns dann, er sei ganz hinten im Tal noch baden gewesen. Für den nächsten Tag hatte der Hüttenwirt jedoch schon wieder schlechte Wetteraussichten. Angeblich soll das Wetter bis in den frühen Nachmittag noch halten, dann jedoch umschlagen. 

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Wir gingen früh zu Bett, damit wir um sechs Uhr früh aufstehen konnten. Wir wollten den Ankogel angehen, der von der Wegstrecke nicht so weit war wie die Hochalmspitze. Beim Blick aus dem Fenster um sechs Uhr war jedoch außer Regen und tiefhängenden Wolken nichts zu sehen. Das Wetter schlug früher um wie vorhergesagt. Nach dem Frühstück berieten wir noch was wir machen sollten. Das Wetter sollte jedoch bis mindesten Samstag schlecht bleiben. Da wir keine Lust hatten weitere zwei bis drei Tage bei Regenwetter auf der Hütte zu bleiben, beschlossen wir die Rechnung machen zu lassen und den Heimweg anzutreten. Plötzlich kam der Hüttenwirt und bot uns an, die Rücksäcke zum Parkplatz zu fahren. Wir sollten uns beeilen, da er gleich los müsse. Einer konnte noch mitfahren, damit die Rucksäcke nicht zu lange am Auto stehen würden. Als der Rest der Mannschaft am Auto ankam musste nur noch eingestiegen werden und wir fuhren los. Anfänglich war der Regen nicht ganz so schlimm. Als wir Grenze zu Bayern überschritten hatten, waren Wolken und Straße fast eins und der Regen hatte biblische Ausmaße angenommen. Damit nicht genug, wir hatten nicht nur das Gefühl von einem Stau in den Anderen zu fahren, sondern es war auch wirklich so. Irgendwann kamen wir in Karlsruhe an und der Regen hatte auch etwas nachgelassen.

Willi Glötzl

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