Bergwerk Schauinsland

Auch unter Tage ist die Bergwacht aktiv

Im Schauinslandgebiet wurden über Jahrhunderte hinweg Silber-, Blei- und Zinkvorkommen abgebaut. Heute ist der Abbau beendet; das mineralogisch und historisch interessante Stollensystem ist aber nicht verschlossen. Seit 1976 baut die Forschergruppe Steiber in ihrer Freizeit den Stollen unterhalb des Schauinslandgipfels als Besucherbergwerk aus. Seit August 1997 ist das ungefähr 100 km lange Stollensystem für die Öffentlichkeit zugänglich. Es werden diverse Führungen unterschiedlicher Dauer angeboten, die einen guten Eindruck in die faszinierende Welt unter Tage liefern.

Da auch unter Tage Unfälle oder medizinische Notfälle nicht ausgeschlossen sind und die Rettung aus unwegsamem Gelände zu den Aufgaben der Bergwacht Schwarzwald zählt, bat Berthold Steiber, der Leiter der gleichnamigen Forschergruppe, die Bergwacht um Mithilfe. Der Rettungsdienst im Besucherbergwerk Schauinsland wird heute durch die Ortsgruppen Freiburg und Muggenbrunn der Bergwacht Schwarzwald sichergestellt.

Rettungskonzept unter Tage

Bei der Rettung von Personen muss je nach Unfallsituation und Lage im Bergwerk flexibel gehandelt werden. Die Logistik im Einsatz ist anspruchsvoll und erfordert überlegte Kombination von Ortskenntnis, notfallmedizinischem Wissen und ausgefeilter Rettungstechnik. Nach der Erstversorgung wird ein Patient transportfertig gemacht und mit einer Schleifkorbtrage oder mit einem Rettungssitz über Fahrten (so werden die Leitern im Bergwerk genannt) und Schächte möglichst schonend nach außen gebracht. Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen den Bergwerksführern, der Bergwacht und dem sonstigen Rettungsdienst sowohl bei Übungen als auch im Ernstfall wichtig. Über spezielle Grubentelefone und über Funk ist eine Verständigung zwischen den verschiedenen Ebenen möglich. Da die Rettung eines Patienten teilweise personalintensiv ist, werden grundsätzlich zwei Bergwacht-Ortsgruppen zusätzlich zu Notarzt und Rettungswagen alarmiert.
Notfälle aufgrund allergischer Reaktionen auf Gräser, Bäume etc. sind übrigens unwahrscheinlich: Die Luft im Bergwerk ist pollenfrei.

Link zum Museumsbergwerk