Ortsgruppe Achertal - Aktuelles 2010

  

19. November 2010 – Der lange Winter machte die Dienstzeit lang
Einen intensiven Winterdienst hatte die Bergwacht, Ortsgruppe Achertal, in der Wintersaison 2009/2010 zu leisten. Dafür sorgte der lange und schneereiche Winter. Wie Schriftführer Johannes Baßler auf der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Kernhof berichtete, leistete die Bergwacht auf dem Seibelseckle vom 13. Dezember 2009 bis zum 21. März 2010 mit 17 Helferinnen und Helfern an 38 Tagen 773 Stunden Dienst. Es war der zweite lange Winter, der den Bergwachtleuten viel abforderte. Relativ konstant dagegen hielt sich der Sommerrettungsdienst mit 624 Stunden Dienst an 24 Tagen, 19 Helferinnen und Helfer leisteten ihn.
Über ihre Kerntätigkeit hinaus gestaltete die Bergwacht Achertal das Seilbahnfahren beim Tag der Offenen Tür eines Seebacher Unternehmens in der Heid in Achern, unterstützte die Offenburger Kameraden beim Worldclass Mountainbike Marathon Challenge, war beim Von-Draiss-Straßenfest in Achern und beim Ottenhöfener Dorfbrunnenfest aktiv und beteiligte sich am Seebacher Kinderferienprogramm.
Als geselligen Veranstaltungshöhepunkt stellte Johannes Baßler das traditionelle Bergfest am letzten Sonntag im August heraus und bezeichnete die Naturschutzwanderung mit Naturschutzwart Theo Blaich als ein sehr informatives Erlebnis.
Konkretes aus dem Rettungsdienst im vergangenen Jahr berichtete Rettungsdienstleiter Ralf Haas. Seinem Bericht zufolge hatte die Bergwacht Achertal 2009 fünf Einsätze und 2010 neun Einsätze. Die Hilfeleistungen im Winter erstreckten sich von der ersten Hilfe und dem Abtransport bei einer Beckenfraktur bis zu Knie- und Gelenkverletzungen. Im Sommer war einem Downhillfahrer und einem gestürzten Motorradfahrer Hilfe zu leisten. Ralf Haas dankte allen Dienstleistenden, im Besonderen auch den Kameraden der Ortsgruppe Obertal, mit denen zusammen am Ruhestein Dienst geleistet wurde. Von der Jugendbergwacht berichtete Johannes Oster, dass sie 14-tägig zu ihren Gruppenstunden zusammengekommen sei. Darüber hinaus habe man Wanderungen wie zum Beispiel über das Karlsruher Grat unternommen, eine Erlebnistour entlang der Acher und durch die Acher durchgeführt und man habe die Dienstmannschaft bei ihrem Dienst besucht. Zehn Jugendliche gehörten derzeit zum Nachwuchs der Bergwacht Ortsgruppe Achertal, drei seien Anwärter.
Aus dem Naturschutz berichtete Theo Blaich über einen Unterrichtsblock für Mitglieder und Anwärter, über einen Lehrgang für Naturschutzwarte, über eine sehr gut angenommene Naturschutzwanderung und über die Teilnahme der Bergwacht-Jugend am Naturpflegetag auf der Hornisgrinde. Die Naturschutzstreifen, so Blaich, seien im üblichen Umfang durchgeführt worden. Kassiererin Carola Lauber konnte ein positives Kassenjahr mitteilen. Von den Kassenprüfern Rupert Horn und Horst Wieland gab es Lob für die einwandfreie Kassenführung. Vorsitzender Werner Schnurr dankte allen für ihr vielfältiges Engagement und für die fachkundigen Berichte. Sorgen machte ihm, dass man mit einem recht geringen Bestand den Winterdienst bestreiten müsse, er bat daher eindringlich darum, dass sich aus den insgesamt 39 Mitgliedern weitere fänden, wenigstens ein paar Mal Dienst zu leisten.
Bürgermeister Reinhard Schmälzle dankte im Namen der Bürgermeister des Achertales der Bergwacht für ihren hilfreichen und ehrenamtlichen Einsatz, seinem Antrag auf Entlastung der Kassiererin und des weiteren Vorstands folgte die Versammlung einstimmig. Zum Ende der Versammlung wurden noch verdiente Bergwachtkameradinnen und -kameraden geehrt. Diese Ehrungen nahm der stellvertretende Landesvorsitzende Dieter Burkhardt vor. Er sprach den Bergwachtkameraden hohe Anerkennung und Dank für jahrelangen hilfreichen Dienst und ehrenamtliches Engagement aus. Geehrt wurden für 40 Jahre: Rupert Horn, Werner Schnurr und Horst Wieland; für 30 Jahre: Martin Bohnert; für 25 Jahre: Nicole Bäuerle, Diane Basler, Ralf Haas und Helmut Knapp.

Berthold Gallinat
 
09. Oktober 2010 – Bergwacht unterstützt Naturpflegetag auf der Hornisgrinde
Wunderbares Wetter war der Lohn für rund 70 Helfer, die am Samstag am Naturpflegetag auf der Hornisgrinde teilnahmen. Zur Pflege des Hochmoores wurde unter anderem der Wasserstand angehoben.
Das Hochmoor auf der Hornisgrinde ist nicht nur eine einzigartige Naturlandschaft, sondern generell sind Moore auch Kohlenstofflager und nehmen Kohlendioxid auf, so lange sie wachsen. Somit ist ihr Schutz vor Bewaldung, Verbuschung und Austrocknung ein echter Beitrag zum Klimaschutz Ganz abgesehen davon erfreuen sich auf der Hornisgrinde jedes Jahr unzählige Ausflügler und Wanderer Jahr für Jahr an der einzigartigen Hochmoorlandschaft. 
Um diese zu erhalten, fanden sich am Samstag viele freiwillige Helfer zum Naturpflegetag auf der Hornisgrinde ein, bewaffnet mit Astscheren und Sägen, mit Hacken, Spaten, Schaufeln und weiterem Arbeitsgerät. Ein strahlend blauer Himmel und warmes Frühherbstwetter belohnte die rund 70 Aktivisten des Schwarzwaldvereins und der Kappelrodecker Waldjugend, der Bergwacht Achertal und der Ortsgruppe Karlsruhe, vom Verein Bühler Sterngucker und von den Amateurfunkern Karlsruhe sowie von der Ignaz-Heim-Schule Renchen.
Revierförster Günter Weissinger koordinierte den Arbeitseinsatz für die Naturpflege, Charly Ebel vom Naturschutzzentrum am Ruhestein unterstützte ihn dabei. Rund um den Hornisgrindeturm waren so erwachsene und zahlreiche jugendliche Naturpfleger unterwegs, um Fichten und andere unerwünschte Eindringlinge aus dem Hochmoor herauszuschneiden, Unrat und Müll zu entfernen und die Fläche um die Hütte der Bergwacht wieder zu öffnen.
Einer besonderen Maßnahme widmete sich die Bergwachtjugend der Ortsgruppe Achertal mit dem Biologen Pascal von Sengbusch. Die Jugendlichen und ihre erwachsenen Begleiter halfen dem Wissenschaftler, einen Entwässerungsgraben mit einer Sperre zu versehen, um den Wasserstand im Ökosystem Hochmoor wieder anzuheben.
Mit einer solchen Anhebung und Vernässung des Moores sollen, wie der Biologe im Verlauf der Arbeiten erklärte, wieder anaerobe Bedingungen im Torf des Moores hergestellt werden. Sie sind unabdingbare Voraussetzung dafür, dass das Moor weiter wachsen kann, dass sich Torfmoose bilden und nicht die Rasenbinse die Fläche überwuchert. Auch die für das Hochmoor typische Rosmarinheide kann sich durch solche Renaturierungsmaßnahmen vitaler entwickeln. Die Nut- und Feder-Bretter für die Sperre hatte von Sengbusch alle vorbereitet. Stück für Stück wurden sie, nachdem der Boden mit der Motorsäge für die Sperre geöffnet war, in den Boden getrieben und am Ende des Naturpflegetages stand die Sperre.
Rund fünf Stunden dauerte der Arbeitseinsatz der fleißigen Helfer, wofür Seebachs Bürgermeister Reinhard Schmälzle im Namen der Anliegergemeinden Sasbachwalden, Sasbach, Seebach und Baiersbronn dankte. Mit einem zünftigen Mittagessen beim Hornisgrindeturm wurde der Naturpflegetag abgeschlossen.
 
29. August 2010 – Bergwachtfest lockte mit Aktionen auch für Kinder
Wie beliebt das Bergfest der Bergwacht Achertal ist, zeigte sich am Sonntag, denn trotz unsicherem Wetter strömten wiederum zahlreiche Ausflügler zum traditionellen Bergfest der Bergwacht im idyllisch gelegenen Gottschlägtal, wo die Organisatoren einiges an Attraktionen vorbereitet hatten.
Zum Festbeginn war der Zuspruch zwar noch verhalten, aber ab der Mittagszeit trafen die Interessierten - und großteils auch hungrigen - Gäste dann in Scharen auf dem Festplatz ein. Sie kamen vielfach von der Gottschläg her, über den Bosenstein  und das Karlsruher Grat oder von unten über die Edelfrauengrabwasserfälle und das Hubersloch. Die meisten waren zu Fuß in ganzen Wandergruppen unterwegs oder im Familienverband. Manche machten aber auch auf ihrer Mountainbiketour bei der Bergwacht Station.
Wer nicht so gut auf den Beinen war, konnte den Fahrdienst der Bergwacht vom Parkplatz auf der Gottschläg hinunter zum Fest nutzen. Immer wieder gab es ein freudiges "Hallo" zur Begrüßung und bis in die Nachmittagsstunden hinein, als es zu regnen anfing, herrschte ein reges Kommen und Gehen. Die Ortsgruppe der Bergwacht hatte alle Hände voll zu tun, die zahlreichen Gäste zu bewirten.
Diese wiederum war auf den Besuch ihrer Festgäste bestens eingestellt und stillte nicht nur Durst und Hunger, sondern hatte auch für die Kaffee- und Kuchengenießer Leckeres bereit. Für die Kinder war ab 13 Uhr eine Bergseilbahn eingerichtet, mit der die Kinder über den Festplatz hinweg einige Meter zu Tal fahren konnten. Darüber hinaus gab es einen Sinnesparcours, den die Kinder barfuß passieren konnten und an dem sie ihre Freude hatten. Mit den Füßen geprüft, wie sich der Untergrund anfühlt, wenn man beispielsweise Tannenzapfen, Holzstücke, Kieselsteine oder auch frisches Stroh unter den Sohlen hat.
Und da das Bergfest der Bergwacht Achertal völlig abseits des Straßenverkehrs liegt, nutzte der Nachwuchs auch nach Herzenslust die Gelegenheit zum Herumstreunen und ging auf Entdeckungstour, während ihre Eltern beim gemütlichen Hock plauderten. So entfaltete sich bei der Bergwacht ein ausgelassenes Festgeschehen, das erst am späten Nachmittag nachließ, als dann doch Dauerregen einsetzte. Die Bilanz vom Vorsitzenden Werner Schnurr konnte dies nicht mehr trüben. Er unterstrich, dass der Erlös des Fests ganz dem Rettungsdienst der Bergwacht zugute komme.
 
 
 
20. August 2010 – Mädchen in der Überzahl beim Kletterabenteuer
 
 
Mut, Gewandtheit und sportliche Fitness waren für das Kinderferienprogramm der Bergwacht Achertal am Freitagnachmittag gefragt, denn es ging ums Klettern und Abseilen. Übungsobjekt war der Eichhaldenfirst im Karlsruher Grat, wo es galt, eine rund zwölf Meter hohe Steilwand zu erklettern. Mit den Bergwachtleuten Johannes Baßler und Klaus Dreiß ging es von Seebach per Bus nach Ottenhöfen und dann über den Bromberg hoch zum Rettungsweg der Bergwacht, dem Alois-Pfad. Bis hinauf zum Eichhaldenfirst ging es zu Fuß und dort trafen die beiden Bergwachtleute alle Vorbereitungen für das Kletterabenteuer.
Während Klaus Dreiß den mutigen Mädchen und einem Jungen Klettertipps gab und alles erklärte, was die Sicherheit gewährleistet, installierte Johannes Baßler am Fels das Top-Rope, mit dem die Kletterer gesichert wurden. Die Erste wurde mit dem Seil am Klettergurt eingebunden und bevor es ans Klettern ging, bat Johannes Baßler sie, sich einmal kräftig ins Seil hineinzulegen, um ihr die Sicherheit zu geben, dass sie festen Halt hatte und dass nichts zu befürchten war. "Geh immer Schritt für Schritt. Es ist, wie wenn du eine Treppe hinauf steigen müsstest, nur die Stufen musst du dir selber suchen", gab er mit auf den Weg. Es klappte gut und oben am First wartete als Belohnung der herrliche Blick hinunter ins Tal unter dem Licht der vollen Abendsonne.
Das Hinaufklettern packten alle Kinder gut, ein wenig ungewohnt war das Abseilen, denn dazu sollten sie ganz auf das Seil vertrauen und sich nach hinten in das Seil fallen lassen, um dann mit beiden Beinen breit gestreckt quasi rückwärts hinunterzulaufen. Da zogen manche es doch vor, langsam und gesichert wieder hinunterzuklettern. Am Ende aber waren alle wieder heil unten angekommen und stolz, dass sie sich auf dieses Abenteuer eingelassen hatten.
 
 
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