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Rettung eines Patienten im Fels

Freiburg, den 31.01.2010

Lawineneinsatz für die Bergwacht Schwarzwald

Die umfangreichen Niederschläge haben am vergangenen Wochenende zu zahlreichen Einsätzen der Bergwacht Schwarzwald geführt. Die Schneefälle, verbunden mit dem Wind, haben in den Hochlagen des Schwarzwaldes in Kammlagen zu einer erheblichen Ansammlung von Neuschnee geführt, der noch keine Verbindung zur Altschneedecke eingehen konnte. So besteht besonders in diesen Kammlagen erhöhte Lawinengefahr durch die Auslösung von Schneebrettlawinen.
Bereits am Samstagmittag musste ein Skifahrer am Schauinsland diese Erfahrung machen: abseits der regulären Piste fuhr der Skifahrer über eine kleine Wächte und löste ein Schneebrett aus, das ihn einige Meter mit nach unten riss und teilweise verschüttete. Seine Kinder, die den Lawinenabgang beobachtet hatten, konnten ihm bei der Befreiung aus den Schneemassen helfen. Die kurze Zeit später ebenfalls an der Einsatzstelle ankommenden Bergretter mussten nicht mehr einzugreifen - lediglich die Skiausrüstung lag unter den Schneemassen begraben.
Nicht soviel Glück hatte dagegen ein Ehepaar aus Freiburg, das mit Tourenski am Feldberg im Bereich des Baldenweger Bucks unterwegs war. Die 35-jährige Frau löste beim Einfahren in den Hang unterhalb der Wächte am Baldenweger Buck ein Schneebrett aus, das auch ihren 40-jährigen Ehemann erfasste und beide ca. 50 m mitriss. Bäume und Felsen wurden den beiden Tourenfahrern zum Verhängnis: schwerverletzt, aber zum Glück nur teilweise verschüttet, konnten die beiden über Handy noch einen Notruf absetzen. Die Rettungsleitstelle Freiburg alarmierte um 16:04 Uhr den diensthabenden Einsatzleiter der Bergwacht und schickte zugleich wegen der Schwere der Verletzungen Notarzt und Rettungswagen in Richtung Feldberg. Der Einsatzleiter Bergwacht alarmierte daraufhin umgehend die Einsatzkräfte der nahe gelegenen Ortsgruppen Altglashütten und Hinterzarten-Breitnau. Während die Mannschaft der Bergrettungswache am Feldberg Seebuck versuchte, die Unfallstelle von oben über den Mittelbuck des Feldberges zu erreichen, fuhren die anderen Rettungskräfte auf den Rinken, um von dort aus mit Motorschlitten die Baldenweger Hütte zu erreichen. Zwei Bergwachtmitglieder der Ortsgruppe Hinterzarten-Breitna, die sich bereits in dem Gebiet aufhielten und ebenfalls mit der Suche nach der Unfallstelle beauftragt waren, erreichten nach 30 min die Einsatzstelle und konnten die weiteren Rettungsmaßnahmen koordinieren.
Die Unfallstelle, die sich ca. 250 m von der Baldenweger Hütte entfernt in schwierigstem Gelände befand, konnte nur zu Fuß mit Schneeschuhen oder Ski erreicht werden. Zu dieser Zeit herrschte extrem starker Schneefall und die Sichtweite lag teilweise unter 10 m. An eine Hubschrauberrettung war also zu keinem Zeitpunkt zu denken. So mussten die Notärzte und die Rettungsassistenten, nachdem sie mit Motorschlitten die Baldenweger Hütte erreicht hatten, den weiteren Weg zu Fuß mit Schneeschuhen zurücklegen. Nach Erstversorgung der Patienten konnte die Bergwacht beide mit dem Akia zur Hütte bringen. Von dort erfolgte der Transport mit dem Motorschlitten zum Rinken, wo die Rettungswagen den Weitertransport nach Neustadt bzw. nach Villingen- Schwenningen ins Klinikum übernahmen. Die Frau erlitt bei dem Unfall schwerste Verletzungen am Kopf und im Bauchbereich, während ihr Ehemann mit mehreren gebrochenen Rippen noch etwas glimpflicher davon kam. Dadurch, dass in Hinterzarten bei der Junioren-WM Einsatzkräfte von Bergwacht und DRK in Bereitschaft waren, konnten sehr schnell ein zweiter Notarzt und ein zweiter RTW die Bergwacht unterstützen. Auch die Pächter der Baldenweger Hütte stellten sofort ihre Schneeraupenfahrzeuge zur Verfügung. Insgesamt waren an diesem Lawineneinsatz 18 Retterinnen und Retter der Bergwacht, fünf Helfer des DRK und zwei Notärzte beteiligt. Rund drei Stunden dauerte der Einsatz bis in die Dunkelheit hinein. Zeitgleich musste die Bergwacht am Feldberg noch zwei Skiunfälle versorgen.

Uwe Männel

Landesleiter Bergrettungsdienst
Bergwacht Schwarzwald

 

 



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